„Starke Mädchen – Coole Jungen"

Selbstbewusstsein durch Selbstbehauptung

Jugendliche in ihren Fähigkeiten stärken, zur Zusammenarbeit anregen und dabei noch Spaß haben – alle diese Aspekte der Persönlichkeitsförderung können in der genderspezifischen Förderung an der Hermann-Schmidt-Schule, in den Mädchen- und Jungengruppen erfolgreich umgesetzt werden. Durch eine gut funktionierende Kooperation von Lehrern, Schulleitung und Schulsozialarbeit mit dem Jugendamt des Kreises Paderborn und dem Sportverein SC Grün-Weiß Paderborn konnten so im 2. Halbjahr dieses Schuljahres zwei Selbstbehauptungskurse für die älteren Schüler angeboten werden.

Die Mädchengruppe der Ober- und Berufspraxisstufe konnte unter Anleitung des Selbstverteidigungstrainers Andre Dawson vom SC Grün-Weiß Paderborn einerseits Grundtechniken der Selbstverteidigung erlernen, andererseits auch ein selbstbewusstes Auftreten einüben, um aus der Opferrolle heraus zu kommen. „In unangenehmen Situationen, in denen ihr ein schlechtes Gefühl habt und euch bedroht fühlt, gibt es nur eine Reaktion die komplett falsch ist: nämlich gar nichts zu tun. Ihr könnt und dürft euch wehren!", fasst Andre Dawson zusammen, was die jungen Frauen vom Training und aus den Gesprächen mitnehmen. „Ich habe jetzt viel weniger Angst", „ich habe gemerkt, wie stark Mädchen sein können" und „wir helfen uns jetzt auch gegenseitig in der Schule" sind Aussagen der Schülerinnen, die belegen, wie wichtig und sinnvoll dieses Training ist.

 

„Starke Mädchen – Coole Jungen

 

Die jungen Männer der Jungengruppe des Ober- und Berufspraxisstufe konnten im Rahmen des Programms „Coole Jungs – starke Jungs“, das von Carlos Tome vom Jugendamt des Kreises Paderborn angeboten wird, lernen, sich in brenzligen Situationen nicht provozieren zu lassen, sondern cool zu bleiben und so Stärke zu zeigen. Das Erkennen und Benennen von eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen spielt hier ebenso eine Rolle wie Wahrnehmungsübungen, Kampfspiele und Gespräche. Thematisiert wurden auch verschiedene Männlichkeitsideale, die Bedeutung von Regeln und Fragen der eigenen Körperlichkeit und Sexualität. Aussagen der Schüler, „manches lässt sich leichter sagen, wenn man mal nicht mit den Lehrern zusammen ist“, „jetzt weiß ich, was wirklich cool ist“ und „es war spannend und lustig“, zeigen, wie gut das Konzept in der Jungengruppe angenommen wurde.

Durch die gemeinsame Erfahrung, dass es in Ordnung ist, Grenzen zu setzen gegen fremdbestimmte Übergriffe, man sich aber gleichzeitig auch an Regeln halten und die Grenzen der anderen respektieren muss, haben alle Schülerinnen und Schüler wichtige Lernschritte in Richtung Identitätsfindung und Prävention vor Gewalt und sexuellen Übergriffen gemacht. Und nebenbei auch noch viel Freude gehabt!